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Neuerscheinung 2018

Aus der Routine des Alltags ausbrechen und jünger werden

Dieses Buch ist für Sie, wenn
Sie schon immer raus wollten aus der Routine des Alltags (aber nicht wussten wie…),
Sie sich nach einem kreativeren Leben sehnen (und damit nicht nur Kunst meinen…),
Sie sich lebendiger fühlen möchten (und bereit sind, etwas dafür zu tun…),
Sie gern jung bleiben möchten (und daran glauben, dass ein facettenreiches Leben sogar jünger werden lässt…)

Lust auf ein kreatives Leben voller Leichtigkeit und Lebensfreude?

Haben Sie sich nicht schon immer ein richtig kreatives Leben gewünscht, in dem Platz ist für Neues, für Spontaneität, Lebenslust und Abenteuer?
Genau dieses Leben können Sie sich erschaffen. Ganz gleich, wie sehr Beruf oder Alltag Sie heute noch im Griff haben: Sie können der Routine entkommen, alte Gewohnheiten durchbrechen und frischen Wind in Ihr Leben lassen.

Kreativ sein ist nicht der Kunst vorbehalten. Es ist eine Denk- und Lebensweise, die man erlernen kann. Das Schöne daran: Dieses Lernen macht Spaß.
In meinem neuen Buch entdecken Sie, wie selbst kleinste, bewusste Veränderungen im Alltag dem Leben Farbe verleihen, es facettenreicher, intensiver werden lassen. Sie werden staunen darüber, was alles „neu“ sein kann, wenn man nur die Betrachtungsweise ändert.
Der wunderbare Nebeneffekt: Diese neue Art an gelebter Intensität wird in Ihnen das Jungsein aktivieren. Begleitet von einer Vielzahl spielerischer Übungen, entdecken Sie so eine der wahren Quellen für ein Jungbleiben von innen heraus: ein Leben, das sich jeden Tag neu erschafft.

Leserstimmen ...

„Maria G. Baier-D’Orazio zeigt uns wie wir der eigenen Kreativität auf die Sprünge helfen können und uns ein Leben erschaffen, in dem wieder Platz ist für Spontaneität. Öfter aus der Routine des Alltags auszubrechen, wollen wir das nicht alle?!
Auf spielerische Art hilft uns die Autorin, unsere eingefahrenen Denkmuster zu entlarven und uns für neue Sichtweisen zu öffnen – durch kleine Veränderungen im Alltag unserem Leben eine neue Lebensqualität zu geben. Es hat etwas ungemein Befreiendes, alte Gewohnheiten zu durchbrechen und Verhaltensweisen zu erproben, die wir so vielleicht noch nie in Betracht gezogen hätten. Es macht Spaß zu erkennen, dass da noch viel, viel mehr möglich ist. Sanft führt uns die Autorin zu einer neuen, offeneren und flexibleren Denkweise – die uns nicht nur mehr Leichtigkeit und Lebensfreude beschert, sondern auch eine jugendliche Ausstrahlung.“
Andrea Bauer, Wien – Blog: http://andreabauer.at/lesung-zum-thema-kreativitaet-im-alltag/


„Allein schon das Inhaltsverzeichnis vergnügt. Ich begann schon ein wenig mit dem Aufschreiben bei den Übungen. Günstig find ich, daß dabei zeitmäßig viel Freiraum besteht. Ich kann etwa schon am ersten des Monats beginnen oder erst am Ende einen Satz einbringen. Ich finde für mich ein Gleichgewicht zwischen Freiheit für individuelle Handhabung und Gründlichkeit der Themenbeschreibung. Insgesamt kann es spannend werden!“  – 
Eine Leserin aus Oberösterreich

 

„Das sind kleine Änderungen, die man tatsächlich bewerkstelligen kann!“ Ein Leser aus dem Brandenburgischen

 

„Das „Tomatenbuch“ bringt mich tatsächlich auf neue Gedanken! Zum Beispiel mache ich jetzt einfach meinen Frühsport im Flur statt in der Küche. Ist jetzt im Winter zwar etwas kühler, aber da ist viel mehr Platz, und so fallen mir auch neue Übungen ein!“ – Elisabeth B., Fürstenwalde

 

„Das Buch muss ich haben, es ist genau das, was ich brauche! Bei mir zu Hause musste früher immer alles exakt genau nach demselben Muster gehen: Gewohnheiten, Muster, alles ganz eingefahren. Ich hatte Angst, einmal genauso zu werden. Dieses Buch wird mir helfen.“ – Eine Zuhörerin bei einer Lesung in Wien am 23.11.2018

 

Leseprobe ...

Leseprobe aus:   Schneiden Sie die Tomaten doch mal anders als sonst    


Hat Sie der Titel dieses Buches auf Anhieb verblüfft?   Tomaten, Revolte und gar jünger werden? Was hat das alles  miteinander zu tun? Das Geheimnis des Buches möchte ich  natürlich nicht gleich im ersten Absatz lüften. Die Geschichte  aber, die zu diesem Titel führte, erzähle ich gern.

Ich war vor Jahren öfter bei Freunden zu Besuch, die gerne  kochen. Kochen ist eine Kunst für sich, das Unverfänglichste  erschien mir folglich, beim Gemüseschneiden zur Hand zu  gehen. Was kann man dabei schon falsch machen? Ich versichere Ihnen: eine ganze Menge. Die Paprikastreifen dünner,  die Zucchini längs und ‘die Tomaten doch nicht so!’. Ich  machte immer irgendetwas falsch. Jedes Mal verstimmte ich  damit meine Freunde ein Stück mehr, denn in Würfel geschnittene Zucchini können nicht mehr länglich werden und  geviertelte Tomaten sich icht in Scheiben verwandeln. Als  ich schließlich mit dem Gedanken spielte, das Helfen schlichtweg sein zu lassen – wer will schon seine Gastgeber immer  wieder von Neuem verärgern? – kam mir die rettende Idee,  die im Grunde einfach war: Ich holte, bevor ich zum Messer  griff, genaue Instruktionen ein und hielt mich peinlich genau  daran. Seitdem ist das gemeinsame Kochen friedlich geworden.  Nun ja, friedlich ist vielleicht der falsche Ausdruck. Sagen  wir, ich habe mich an etwas angepasst, dessen tieferen Sinn  ich bis heute nicht wirklich habe nachvollziehen können.

Das Festhalten an dem, was immer schon so war und möglichst  auch auf ewig so bleiben sollte, ist einer der größten Feinde  eines kreativen Lebens – ganz gleich, worum es sich dabei  handelt. Vielleicht kennen auch Sie Situationen, wie die  soeben beschriebene: Sie wollen Ihrer Mutter, dem Opa oder  einer Freundin bei irgendetwas behilflich sein, beim Abwasch,  dem Aufräumen in der Garage oder dem Aufhängen von Wäsche. Doch was auch immer Sie anfassen, Sie machen es aus  deren Sicht verkehrt – einzig und allein deswegen, weil sie es  anders machen.

Wir schenken gemeinhin solchen Kleinigkeiten kaum Aufmerksamkeit, weil wir sie für unbedeutend halten. Dennoch  bestimmen sie unterschwellig unser Leben. Das blockiert  Kreativität. Diese aber ist es, die das Leben bunt werden lässt  und facettenreich.

Wir assoziieren Kreativität meist mit künstlerischer Aktivität,  mit Malen, Zeichnen, Musizieren, Tanz oder Theater. Doch  es gibt auch eine Kreativität im normalen Alltag, die wir  wenig beachten und der wir durch Routine den Garaus machen. Um diese soll es hier gehen.

Kreativer zu werden, bedeutet offener, flexibler und neugieriger  zu werden. Das sind Eigenschaften, die jung erhalten. Insofern  stellt dieses Buch auch die Fortsetzung meiner vor einigen  Jahren begonnenen Reihe von Büchern zum Thema aktives,  inspiriertes, dynamisches Alter dar. Im zuletzt erschienenen  Band Vom Vergnügen, älter zu werden hatte ich das vorliegende  Buch zum Thema Kreativität und Tipps, wie man sich gedanklich innerlich jung erhalten kann, bereits angekündigt.  Wer sein Leben nicht nur an sich vorüberziehen lässt, sondern  intensiv lebt und gestaltet, bleibt ganz von selbst jung. Wir  alle wissen, dass es einen Unterschied gibt zwischen existieren  und sich lebendig fühlen, zwischen “am Leben sein” und  wahrhaft leben.

Das spätere Alter wird im Grunde (vor)geformt durch das  Leben in jungen Jahren. Wir säen die Samen für das Alter  sehr früh. Danach ernten wir im Grunde nur das, was wir  gesät haben.

Ich möchte Ihnen dabei helfen, so viel wie möglich – und so  bald wie möglich! – “gute Saat” zu säen, indem Sie gewohnte  Schienen verlassen, um sich mehr kreative Freiräume in Denken, Tun und Erleben zu erschaffen.

Kreativität hat es verdien, aus der Nische von Freizeitbastelei  und hipper Kunst herausgeholt zu werden und einen anderen  Stellenwert zu bekommen: mitten in unserem Leben.

Der Mensch – ein Gewohnheitstier?    

Was führt dazu, dass Menschen sich im Laufe des Lebens darauf fixieren, gewisse Dinge immer auf ein und dieselbe Weise zu tun? “Gewohnheit”, werden Sie sagen. “Der  Mensch ist eben ein Gewohnheitstier, was macht das schon?”

Der Mensch, ein Gewohnheitstier? Das hört sich so an, als  hätten wir mysteriöse Gene, die uns auf Routine programmieren. Wir sind aber nicht als Gewohnheitstiere auf die  Welt gekommen, was man daran erkennen kann, dass kleine  Kinder ausgesprochen kreative Wesen sind. Wir holen Gewohnheiten vielmehr in unser Leben und lassen zu, dass sie  es bestimmen. Auffallend wird dies dann, wenn eigene Gewohnheiten so weit gehen, dass sie anderen zur Vorschrift  werden. So gibt es, neben dem eingangs erwähnten Szenario,  dem sich ein Gast ausgesetzt sehen kann, zum Beispiel auch  die Platzzuweisung. Sie werden von jemandem zum Essen  eingeladen, treten an den Tisch, fassen nach einem Stuhl –  und stopp. Freundlich, aber bestimmt werden Sie darauf  hingewiesen, dass hier des Hausherrn Platz sei, dort die  Dame des Hauses sitzt und Sie sich gern auf einen der übrig  gebliebenen Stühle setzen können. Haben Sie sich gar zu  schnell oder in einem unbeobachteten Augenblick auf einen  falschen Stuhl gesetzt, wird Ihnen dieses Sakrileg in dem  Moment bewusst, da ein missbilligender Blick Sie trifft.  Echte Gastfreundschaft sähe anders aus, man ließe den Gast  aussuchen, wo er oder sie sich hinsetzen möchte. Doch können manche Menschen sich offenbar nicht ein einziges Mal  von “ihrem” angestammten Platz lösen oder besser gesagt:  vom Lebensmuster, das dahintersteckt. Lieber brüskiert man  den Gast oder die Hilfsbereitschaft eines Freundes, als dass  man auf das Gewohnte verzichtete.

Es ist gerade so, als ob der andere in das eigene Lebensgefüge  eingreife, als störe er durch sein andersartiges Handeln etwas,  das einem heilig ist. Das wäre die positive Variante der Erklärung: Man möchte das schützen, was einem wichtig ist.  Aber wie wichtig können Tomaten oder ein Stuhl wirklich  sein? Insofern käme eine andere, weniger positive Erklärung  zum Zug: Nicht wir sind die Herren unserer Gewohnheiten.  In Wirklichkeit sind sie es, die uns diktieren, was wir zu tun  und zu lassen haben.

Gewohnheiten haben uns im Griff, weil sie funktionieren  wie Programme. Sie laufen automatisch ab und immer weiter,  bis man das Programm anhält und neue Parameter eingibt.  Das heißt mit anderen Worten: Wenn wir ein kreatives Leben  erreichen wollen, müssen wir die Automatismen entlarven,  die “eingefahrenen Gleise” – das, was man tut, weil man es  schlichtweg “immer so macht”, genauso wie das, was man  nicht tut, weil man es schon immer vermieden hat.

Natürlich gibt es Gewohnheiten, die hilfreich und sinnvoll  sind. Jeden Tag Obst zu essen ist nützlich, einmal in der Woche ins Fitnessstudio zu gehen ebenso. Meistens pflegen wir  aber genau diese Vorhaben sehr bewusst. Daneben gibt es  eine ganze Reihe von Gewohnheiten, die nichts weiter sind  als Mechanismen. Diese aber steuern uns unbewusst, lassen  unser Leben monoton werden und können uns schlimmstenfalls sogar schaden. Eine Zeitschrift für Psychosomatik  machte einmal eine Umfrage dazu, was dafür verantwortlich  sei, dass Menschen sich ausgelaugt und antriebslos fühlen.  Das Ergebnis: Routine und Gewohnheiten rangierten gleich  an zweiter Stelle. Eingefahrene Schienen machen das Leben  linear, berechenbar, langweilig. Sie animieren uns nicht und  lassen unsere Phantasie verkümmern.

Da es sehr wichtig ist, bloße Routine von bewusst regelmäßigem Tun zu unterscheiden, möchte ich diesen Unterschied  gern durch zwei Satzpaare plastischer werden lassen. Das  Satzpaar, das zu Automatismen gehört, lautet: “Ich bin es  einfach gewohnt, das zu tun (zum Beispiel, immer denselben  Weg zu gehen).” Oder auch: “Ich mache das immer so (zum  Beispiel, den rechten Schuh zuerst anzuziehen).” Das andere  Satzpaar dagegen lautet: “Ich praktiziere das regelmäßig  (zum Beispiel das Meditieren).” Oder auch: “Ich habe beschlossen, es regelmäßig zu tun (zum Beispiel jeden Freitag  zum Sport zu gehen).”

Wenn ein Zen-Mönch jeden Morgen den Tee auf genau dieselbe Weise zubereitet, ist das keine Gewohnheit, sondern  bewusstes Zelebrieren. Das bedeutet – und hierin liegt der  Clou – dass durch diesen bewussten Akt das scheinbar Wiederholte im Erleben immer wieder neu wird. Mit anderen  Worten: Wenn wir jede Sekunde in unserem Dasein achtsam  und bewusst lebten, könnten Automatismen gar nicht entstehen.

Video ...

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Es ist im Alter viel mehr möglich, als wir glauben…

Ein „Mutmach-Buch“ zum Alter, das auf Recherche beruht
und überzeugend zeigt, WAS ALLES im Alter möglich ist

Für all jene,
die an das eigene Potenzial glauben,
die daran glauben, dass das Alter KEIN Abwärtstrend sein muss,
die sich nicht damit begnügen wollen, wie ANDERE das Alter definieren,
die gern ihre eigenen Grenzen erweitern wollen,
die Beispiele suchen, um Mitmenschen überzeugen zu können.

Leserstimmen ...

zu_Leben wagen

Weitere Leserstimmen:

„Dieses Buch hätte ich schon vor zehn Jahren haben sollen!“

„Das Buch ist eine große Bereicherung und regt das Umdenken an!“

„Meine Eltern haben jetzt beide das Buch gelesen und sind begeistert.“

„Für mich ist Ihr Buch ein Standardwerk über das Alter, dem ich nur eine große Verbreitung wünschen kann. Viele Entscheidungsbeteiligte und -träger müsste man zwingen, es zu lesen.“

„Ich lese das Buch mit großer Begeisterung und bewundere die Autorin für ihren umfassenden Blick aufs Thema und wie sie sich schreibend in dieser Komplexität bewegt. Mit diesem Buch kann ich mir die nächsten zwei oder drei Jahre das Bücherkaufen zum Thema sparen, denn besser kann man es nicht beschreiben.“

„Wieder und wieder begeistert mich dieses Buch.  Heute habe ich sogar beim Umsteigen in der U-Bahn meinen Regenschirm liegen gelassen, weil ich so darin vertieft war! Das Buch hat den ewig jungen Alten ein großartiges Denkmal gesetzt. Es behandelt das Thema sachkundig, fundiert, detailliert, abwechslungsreich – und es liest sich spannend!“

„Das Buch bringt wirklich viele interessante Zitate und Bezüge hinein, daher ist es auch für die sog. Fachleute sehr brauchbar – und gut lesbar ist es sowieso. Wirklich klasse gelungen!! Ich werde einiges daraus für einen Beitrag auf der nächsten Tagung zitieren.“

Leseprobe ...

Leseprobe aus: Leben wagen bis ins hohe Alter


Wir sind es gewohnt, Alter als Beschränkung zu sehen, als Weg, der nach unten führt und nicht nach oben. Fitness, beruflicher Erfolg, Leistungsfähigkeit und Kreativität verbinden sich in unserem Denken nicht mit dem Wort Alter. Auch wenn die heute Sechzig- und Siebzigjährigen dabei sind, dieses Bild zurechtzurücken: dynamische, aktive alte Menschen betrachten wir immer noch als Ausnahme. Somit fällt es den meisten von uns schwer, dieses Wunder an Lebenserfüllung als machbar anzusehen, spukt doch in uns die Negativ-Vision von Pflegefall und Altersheim umher wie ein nicht tot zu kriegendes Gespenst.
Blicken wir um uns, scheint die Realität es zu bestätigen, sehen wir doch um uns herum mehr kranke, gebrechliche und pflegebedürftige alte Menschen als fidele und aktive Alte. Da wir trotzdem tief in unserem Inneren hoffen, eine dieser Ausnahmen sein zu können, oder zumindest hoffen, im Alter noch so fit zu sein, dass das Leben nicht zur Bürde wird, stürzen wir uns auf das, was uns hierfür als Mittel am vertrautesten ist: Bewegung, Sport, gesunde Ernährung, Gehirnjogging. Wir folgen dem Rat des Arztes, nicht mehr so viel und so fett zu essen, schlucken Vitaminpillen, schwitzen bei Walking, Trekking, Body Shaping. Wir trainieren bei jeder Zugfahrt mit Sudoku, bauen uns auf mit Yoga oder Tai Chi. Und in der Tat, wir fühlen uns damit vitaler und hoffen, das Alter meistern zu können.

Doch haben wir damit auch die unterschwellig schleichende Angst vor dem Alter besiegt – die Angst, die uns gerade dazu bringt, all dies zu tun? Gehen wir trotzdem nicht als blendend aussehende Dreißigjährige bereits auf die Suche nach den ersten Falten? Haben wir nicht als topfitte Vierzigjährige das Gefühl, uns rechtfertigen zu müssen, wenn wir uns noch zu den Jungen zählen? Sehen wir uns als erfolgreiche Fünfzigjährige beruflich nicht schon unwiderruflich auf dem absteigenden Ast?

Das Fatale ist, dass die Angst vor dem Alter uns mehr bestimmt, als wir es wahrhaben wollen. Damit ist sie unser mächtigster Gegner. Denn die Wunder der fitten, dynamischen und beruflich aktiven Achtzig- und Neunzigjährigen werden für uns so lange unerreichbare Visionen bleiben, wie wir bereits als junge Menschen ängstlich auf jedes Anzeichen von Alter starren, wie wir uns von einer scheinbar so überzeugenden Realität leiten lassen. So lange auch, wie wir uns von Gesellschaft und Umwelt in eine Denkweise drängen lassen, die Anderen mehr dient als uns selbst. Der junge Schweizer Philosoph Alexandre Jollien hat dazu etwas Bemerkenswertes gesagt: „Auf ein Handicap schließt man vor allem durch die Sichtweise der Anderen – und durch sich selbst, wenn man sich diese Sichtweise der Anderen zu eigen macht.“ Das sollte man sich immer vor Augen halten.

Das Handicap des jungen Jollien ist die körperliche Behinderung. Alter als Handicap, darum geht es hier. Auf dem Weg zu einem selbstbestimmt glücklichen Alter werden wir es oft genug mit diesem Hindernis der Fremdbestimmung zu tun haben, dessen sollten wir uns bewusst sein. „Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich“, schrieb schon Hermann Hesse. Das gilt auch für mutige alte Menschen, wenn sie es wagen, unkonventionell zu werden. Eine 80-Jährige, die Ballettunterricht gibt, ein 90-Jähriger, der den Doktortitel macht, eine 100-Jährige, die noch arbeitet? Toll. Jeder mag das bewundern. Was aber, wenn es derselben alten Dame, die wir soeben noch bewunderten, plötzlich einfällt, sich mit 80 Jahren rote Strähnchen ins Haar färben zu lassen, ein eng anliegendes Kleid zu tragen oder gar allein in eine Tanzbar zu gehen? Was, wenn uns die 85-Jährige gesteht, sie habe sich verliebt, der 90-Jährige uns auf den Kopf zusagt, er vermisse den Sex? Wird die Bewunderung auch dann noch halten?
Gesellschaften sind mit ordnenden Rollenzuweisungen schnell bei der Hand, zumal dann, wenn sie als solche schon normierungsfreudig sind. Diese Rollenzuweisungen verfestigen sich zu Mustern, werden zur Überzeugung und kehren sich letztlich um in Stereotype. Es engt ein, doch es kommt uns auch zugute, oberflächlich betrachtet. Denn wo Ordnung herrscht, braucht man keine Angst zu haben, kann man sich in einem scheinbar sicheren Lebensrahmen bewegen. Insofern sind wir als Deutsche vielleicht stärker als andere Nationen geneigt, uns solchen Mustern zu unterwerfen, denn Sicherheit hat bei uns einen hohen Stellenwert.

In anderen Ländern und anderen Kulturen wird Alter in vielerlei Hinsicht anders gesehen. Auf dem afrikanischen Kontinent ist Alter eng mit Respekt verknüpft. Im Kampfsport Asiens steht Alter für Meisterschaft. In Argentinien sind es nicht die Jungen, die den leidenschaftlichen Tango am besten tanzen. Und im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, den USA, ist Wollen und Können wichtiger als die Tatsache, dass man alt ist.

Bei uns scheint es so, als seien die Menschen ständig hin- und hergerissen zwischen der Angst vor Alzheimer (nirgendwo in Europa, so könnte man meinen, sieht man so viele Menschen im Zug über Sudoku gebeugt wie in Deutschland) und der vagen Hoffnung, später vielleicht doch zu den fitten Best Agers gehören zu können, von denen zunehmend die Rede ist. Das Problem ist nur, dass die unterschwellige Angst vor dem Alter dieser Hoffnung wenig Chancen gibt. Vor allem dann nicht, wenn der Sinn des Daseins über die Erwerbsarbeit definiert wird und man einer Nation angehört, in der Vorsorge gleichzeitig Bevormundung bedeutet: mit 65 Jahren hat man Anspruch auf Rente, denn dann ist man alt und nicht mehr leistungsfähig. Verschiebt sich diese Grenze, wie gerade jetzt, hat das weniger mit einer anderen Einstellung zu tun als mit dem Zustand der Rentenkassen. Lediglich die Selbstständigen, die Künstler und Personen des öffentlichen Lebens erlauben sich den Luxus der Selbstbestimmung, der – von jung an – viel mit Risiko zu tun hat. Interessanterweise sind gerade unter ihnen, später im Alter, am häufigsten dynamische Männer und Frauen anzutreffen.

Der „Ruhestand“ als Endstation, viele empfinden es so. Von da ab kann die Lebenskurve nur noch nach unten gehen. Bestenfalls bringt man den letzten Lebensabschnitt mit sinnvoller Beschäftigung, mit Kreuzfahrten, Kaffeekränzchen, Skatabenden und Enkelkindern hinter sich; schlimmstenfalls mit Apathie, Passivität, Krankheit, Gebrechlichkeit oder Demenz.

Nun mehren sich in den letzten Jahren Gegenstimmen zu diesem Bild. Das Alter wird mehr und mehr als Potenzial entdeckt. Inwieweit aber können wir diesem Sinneswandel trauen? Manche führen ihn auf die 68er-Generation zurück, die sich, schon immer rebellisch, Alterszuweisungen nicht gefallen lassen will. Genau besehen, scheinen jedoch andere Gründe ausschlaggebender zu sein. Gewinnmaximierung zum Beispiel. Die Alten von heute stellen ein Kaufpotenzial dar, das durch eine auf Jugend getrimmte Werbung lange vernachlässigt wurde. Ein Markt droht verloren zu gehen, die Wirtschaft sputet sich. Ältere Gesichter tauchen auf Plakaten auf, gut erhaltene Senior-Models dürfen Foto-Shootings machen. Die Werbung beginnt, sich auf die neuen alten Kunden einzustellen. Alter wird salonfähig, darf sogar als relative Schönheit sichtbar werden.

Ein anderer Grund für das positiver werdende Bild ist die simple Notwendigkeit: wir sind eine alte Gesellschaft, rein statistisch gesehen. Lebensmuster früherer Zeiten greifen nicht mehr. Versorgung wird ein Problem, wenn die bisherige Einstellung zum Alter beibehalten wird. Soziale Lasten drohen uns zu begraben, wenn ältere und alte Menschen aus dem Lebens- und Wirtschaftsgefüge unserer Gesellschaft herausgekippt werden. Somit rücken die Alten zwangsweise ins Visier. Es muss etwas geschehen mit ihnen. Die Zeichner von Horrorszenarien, die sie am liebsten entsorgen würden, sind zum Glück in der Minderheit. Das Augenmerk richtet sich stärker darauf, die Alten möglichst lange autonom sein zu lassen, sie gesund und fit zu erhalten – damit sie so wenig wie möglich zur Last fallen. Oder sie, andersherum gesehen, wieder zu integrieren, damit sie einen Teil der Last bewusst mittragen.

Die Anhebung des Rentenalters, die gerade stattgefunden hat, gibt genau das wieder. Tendenzen, die gewiss am Bild des Alters etwas ändern werden. Ändern sie auch am Bild des Menschen etwas? Wird es Stereotype auflösen? Wird es alte wie junge Menschen dazu ermutigen, das Alter anders zu sehen? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Nicht immer vermögen von außen gesteuerte Veränderungen auch Denkmuster aufzulösen.

Prompt erheben sich die ersten Gegenstimmen, beklagen sich über den Zwang, heute als älterer Mensch fit und dynamisch sein zu müssen. Geradeso als sei es eine Qual, zu Gesundheit und Lebensintensität aufgerufen zu werden. Alte solle man doch alt sein lassen. Sie sollen ein Recht auf Bequemlichkeit und Passivität haben, sollen jammern und krank sein dürfen. Diese Stimmen kommen vermehrt aus den Reihen von Psychotherapeuten, Ärzten, Pflegepersonal, werden diese doch täglich mit dem geballten Jammer des Alters konfrontiert.
So gut diese Einstellung als Schutzschild für die wirklich Gebrechlichen auch sein mag, Alter mit seinen Beschränkungen wird damit zur Gesetzmäßigkeit stilisiert, der man sich ab einem bestimmten Zeitpunkt unterordnen sollte. Diese Einstellung tritt „für“ die Alten ein, aber tut man ihnen damit einen Gefallen? Hilft es einem alten Menschen, „krank sein zu dürfen“? Oder reflektiert diese Hilfe nicht doch etwas von der Denkweise, dass Krankheit, Schwäche und Gebrechlichkeit untrennbar zum Alter gehören?

Spätestens hier merkt man: der Wandel im Denken ist noch nicht eingetreten. Es gibt sie noch, die Schubladen der Stereotypen und Vorurteile, und das zuhauf. Auf ihnen kleben Etiketten, die in etwa so beginnen: „in deinem Alter –?“, „sie kann ihr Alter nicht annehmen…“, „man soll in Würde altern“, „nicht um jeden Preis jung sein wollen“. Was aber heißt: in Würde altern? Könnte es heißen: Tue ja nur das, was andere als schicklich ansehen? Und was heißt es, das Alter anzunehmen? Bedeutet es, die Pantoffeln hinter dem Ofen hervorholen? Keinen Lippenstift mehr zu benutzen? Nur noch lange Unterhosen zu tragen? Und wenn ja: ab wann soll dies gültig sein? Vielleicht dann, wenn die ersten Falten erscheinen? Dann müssten manche Damen schon mit Dreißig auf den Lippenstift verzichten. Oder sind die grauen Haare das Kennzeichen? Pech nur, dass dann so manch ein Zwanzigjähriger zu Pantoffeln und langen Unterhosen verdammt wäre. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Denkmuster und Normierungen am Wirken sind. Dinge haben so zu sein, weil irgendjemand es so bestimmt hat.
Wir haben so zu sein, wie andere es bestimmen.

Nicht von ungefähr also, dass jene Alten, die uns als Vorbilder erscheinen, sich genau diesen Denkmustern nicht unterordnen. Sie haben den Mut, anders zu sein – sie selbst zu sein.

Sie lassen sich nicht von der Umwelt definieren, sie definieren sich selbst. Sie tun das, worin sie sich als Mensch wiederfinden, was ihrem Leben Sinn gibt, und zwar nicht nur als Beschäftigungstherapie. Wenn auch die Lebenskonstellation eines jeden von ihnen völlig anders geartet ist, eines ist ihnen gemeinsam: Alter ist das Thema, das sie am wenigsten beschäftigt. Sie sind wer, können was, haben Ziele und Visionen. Das ist es, was für sie zählt, oft sogar dann noch, wenn Schicksalsschläge sie niederdrückten, wenn Behinderungen körperlicher Art sie einschränken. „Alt sein an sich ist kein Verdienst: was zählt, ist, ob man was zu sagen hat“, ein Ausspruch der Naturwissenschaftlerin Rita Levi Montalcini, die mit über 100 Jahren noch das ehrgeizige Projekt hat, ein Mittel gegen Alzheimer zu finden.

Die Alten, um die es in diesem Buch geht, zeigen, wie viel tatsächlich möglich ist. Jeder kann selbst entscheiden, ob er sie nachahmen will oder nicht. Die Nachahmung könnte sich lohnen. Vergessen wir dabei für einen Augenblick die defizitäre Rentenkasse und die Sorgen der Wirtschaft: denken wir an uns selbst, als Menschen, die die Wahl haben, ihr Leben aufwärts oder abwärts zu leben. Denn eines kommt in der Literatur zum Alter selten vor: die Frage danach, wie wir unser Leben als Ganzes sehen. Nicht die Frage „Wer will ich später im  Ruhestand sein?“ sollte die Schlüsselfrage sein, sondern die Frage danach, wie ich mich selbst definiere, was für mich als Mensch und Individuum Leben bedeutet.

Vielleicht geht es mehr um die Kontinuität der persönlichen Entwicklung als um eine ab einem bestimmten Zeitpunkt auftretende „Weisheit des Alters“. Damit verlöre sich auch der krasse Gegensatz alt-jung, würde ersetzt durch die Frage: wer bin ich und was ist die bestmögliche Vervollkommnung, die ich erreichen kann.

Und warum sollte ausgerechnet diese bei irgendeinem Alter stehenbleiben?

Video Buchpräsentation ...

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Fit, frech, fröhlich, frei das Leben genießen!

Mit Leidenschaft durchs Leben – das Geheimrezept für ein spannendes, lebendiges Älterwerden

Ein Buch für all jene,
die gängige Sichtweisen gern auf den Kopf stellen,
die überzeugt sind, dass man sein Leben in egal welchem Alter GESTALTEN und genießen kann,
die sich ihre Träume auch in reiferen Jahren gern erhalten möchten,
die IMMER jung bleiben werden, weil sie sich begeistern lassen und bereit sind, neue Herausforderungen anzunehmen.

Leserstimmen ...

zu_Vom Vergnügen

Weitere Leserstimmen:

„Im richtigen Moment das entdeckt. Ich bin begeistert!!! Danke dafür.“

„Ich lese gerade Ihr Buch, “ Vom Vergnügen älter zu werden und bin schlichtweg begeistert. Mich beschäftigt das „negative“ Thema seit Jahren und ich dachte ich komme nicht drum herum… „wenn du alt bist dann…“. Jetzt merke ich, dass ich alle positiven Ansätze in mir habe, diese Denkmuster fallen zu lassen. Ich weiß aber nicht, ob und wann es mir ohne Ihr Buch gelungen wäre.“

„Solange wir davon überzeugt sind, dass es nur bergab gehen kann, wird es das auch, denn schon in der Bibel steht „dir geschehe nach deinem Glauben“. Was du glaubst und denkst, das erschaffst du. Deshalb ist es so wichtig, dass es Bücher wie   dieses gibt, das uns zeigt, dass es auch anders geht.“

Leseprobe ...

Leseprobe aus: Vom Vergnügen, älter zu werden 


An ein lebendiges, spannendes Alter zu glauben, fällt den meisten von uns schwer. Auch wenn wir in einer Zeit leben, in der 70-Jährige auf Kreuzfahrten unterwegs sind und man dynamische 80-Jährige mitunter im Fitnesscenter antreffen kann – die allgemein herrschende Vorstellung von Alter ist immer noch die, dass “alt sein” Beschränkung, Krankheit und Verfall bedeutet, dass es ein langsamer Abschied vom Leben ist.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sieht das Alter als mit Mühen und Beschwerden verbunden, das fand eine von der Robert-Bosch-Stiftung initiierte Studie im Jahr 2009 heraus.  Eine ganz aktuelle Studie über die Ängste der Deutschen, im Jahr 2014 durchgeführt, offenbart, dass jeder Zweite (!) sich davor fürchtet, im Alter ein Pflegefall zu werden.

Was zeigt dies anderes als die große Angst vor einem negativ verlaufenden Alter?

Es gibt kaum jemanden, der das Wort “Alter” mit einem positiven Bild in Verbindung bringt. Wer glaubt schon daran, dass Alter “problemlos” sein kann, dass im Alter Entfaltung möglich ist, dass es gar noch aufwärts gehen kann?

Berichte über fitte, dynamische Hundertjährige beeindrucken alle. Die wenigsten aber glauben, dass sie selbst so etwas erreichen können. Das stelle ich immer wieder auch bei Lesungen zu meinem Buch „Leben wagen bis ins hohe Alter“ fest. Gebannt sitzen die Zuhörer vor mir und lauschen mit leuchtenden Augen den fesselnden Erzählungen von Menschen, die mit 70 Jahren ihren Lebenstraum verwirklichten, mit 80 Jahren ein neues Hobby begannen oder mit 90 Jahren noch sportliche Titel holten.

Kaum ist jedoch die Lesung zu Ende, sagen dieselben Zuhörer, dass das Alter “normalerweise” doch ganz anders ablaufe. Da bemerken 50-Jährige, dass man so etwas nur machen könne, wenn man gesund sei – und das sei selten, hört man 40- Jährige einwerfen, sie jedenfalls seien “zu alt”. Zu alt, um etwas Neues zu beginnen, fühlen sich selbst 30-Jährige und denken, dass es für sie zu spät sei, um noch beruflich umzusatteln.

Das Maximale an positiven Gedanken, die wir dem Alter gegenüber aufbringen können, scheint die Hoffnung darauf zu sein, von Krankheit verschont zu bleiben und einen halbwegs sorgenfreien Ruhestand erleben zu können.

Dass wir in der Tiefe von derart negativen Vorstellungen bestimmt werden, hat viel damit zu tun, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, wovon wir uns beeinflussen lassen und woran wir glauben. Doch auch unsere Gesellschaft trägt einen erheblichen Anteil am negativen Bild vom Alter. Die Rente ist einer der Hauptgründe dafür. Die Rente zerteilt das Leben in ein “Davor” und ein “Danach”. Danach, das ist der Beginn von Alter.

Dass diese Zäsur eine willkürliche ist, dessen sind wir uns oft nicht mehr bewusst. Doch kann man es schwerlich anders nennen als Zäsur, wenn eine Zahl bestimmt, wann jemand als alt zu gelten hat. In industrialisierten Ländern wie dem unsrigen, verbindet man Leistung mit Jungsein. Wer nichts mehr leisten kann, gilt als alt. Das aber bestimmen bei uns Wirtschaft und Politik, die – gewollt oder nicht – mit dem Renteneintritt die Zäsur zum “Altsein” festlegen: in einem Land mit 60, im anderen mit 65, im dritten mit 67.

In Kulturen, in denen es kein “Rentenalter” gibt oder in denen man diese Mentalität nicht verinnerlicht hat, stellt sich das Leben weit mehr als Kontinuum dar. Man ist dann alt, wenn man sich selbst nicht mehr fit fühlt für die Arbeit, wenn man nicht mehr aufs Feld gehen kann oder das Haus nicht mehr verlassen kann. Das aber wird, je nach Individuum, mit 60, 70 oder 80 sein, gelegentlich auch erst mit 90 oder 100. Die Definition von Alter ist somit fließend.

Hinzu kommt, dass man in solchen Kulturen oft auch dann nicht auf negative Weise “alt” ist, wenn man objektiv ein hohes Lebensalter erreicht hat. Das hat etwas mit dem Verständnis von Würde zu tun und mit Achtung gegenüber dem Alter.  Auch bei Menschen in unseren Breiten, die selbstständig sind und somit oft bis ins hohe Alter hinein aktiv bleiben können, ist das Verständnis von “alt sein” fließend und somit nicht eindeutig definiert. Unter den dynamischen Hochaltrigen findet man viele Selbstständige.

Altersgrenzen wie auch Altersdefinitionen sind also sehr relativ. Doch die allgemein in uns verwurzelte Denkweise ist immer noch die, Menschen “über 60” mit der Vorstellung von alt zu verbinden.

Auch wenn Studien und Untersuchungen uns heute bestätigen, dass die Sechzigjährigen unserer Tage den 40-Jährigen aus 1950 gleichkommen, es hat kaum etwas daran geändert, wie die Gesellschaft dem Alter 60+ (besser gesagt: 50+) begegnet. Behörden, Ärzte, Veranstalter, Werbefachleute, Medien – bei den meisten ist diese neue Wirklichkeit noch nicht angekommen. In Zeitungen findet man immer noch Werbeanzeigen zu 50+, in denen es um Zahnprothesen und Pflegeheime geht; Geschäfte für Hörakustik schicken Kunden ab 60 Werbebriefe für Hörgeräte; die deutsche Bahn sendet Bahncard-Inhabern ab 60 automatisch die Senioren-Bahncard zu, und Ihr Arzt wird Ihnen garantiert immer öfter mit den drei famosen Worten “in Ihrem Alter …” antworten, sobald Sie die 60-Jahre-Grenze überschritten haben.

“Aber Alter manifestiert sich doch ganz real körperlich. Mit zunehmendem Alter baut man einfach ab, das sieht man doch!” Ein Argument, das an dieser Stelle recht häufig kommt. Ein scheinbar schlagkräftiges Argument.

Nun, es ist genau so lange schlagkräftig, wie man dem nicht auf den Grund geht. Man kann etwas um sich herum sehen oder auch bei sich selbst feststellen, und es ist somit “real”. Das heißt aber nicht, dass dies die einzige Realität ist.

Dass viele Menschen im Alter krank sind oder werden, erlaubt noch lange nicht den Umkehrschluss, dass es immer so sein muss. Das ist bereits an den Menschen erkennbar, die wir gern als “Ausnahmen” ansehen, die wir aber auch – bei entsprechend anderer Denkweise – als Beweis dafür ansehen könnten, dass Alter anders ablaufen kann.

Etwas kann also durchaus “real” sein, muss deswegen aber nicht gesetzmäßig und allgemeingültig sein. Es gibt jedenfalls inzwischen unzählige Publikationen und Studien, die nachweisen, dass Krankheit nicht automatisch zum Alter gehört. Auch Altersforscher unterstreichen es immer wieder: Es gibt keine allgemeingültige Norm dafür, wie Menschen das Alter erleben oder gar erleben müssen. Gerade die Phase des Alters sei durch sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen gekennzeichnet – größer als in jedem anderen Lebensabschnitt. Das gelte im Hinblick auf fast alle physischen und psychischen Merkmale.

Die Überzeugung, dass Krankheit im Alter so etwas wie eine Gesetzmäßigkeit darstelle, ist so tief in uns verankert, dass die meisten sich bereits vorab gedanklich in dieses “Los” fügen. Jene, die diesen Verlauf nicht akzeptieren wollen, zentrieren ihre Anstrengungen für ein gutes Alter – aus ihrer Sicht recht konsequent – in erster Linie auf das Fitsein.

Im Alter fit bleiben zu wollen, ist wunderbar, und es ist gewiss ein großes Plus. Doch im Grunde ist das, was wir als das Ultimative ansehen, nur die Basis. Oft genug ändert es nicht viel an der unterschwellig vorhandenen Grundhaltung, dass es irgendwann im Alter doch abwärtsgehen wird. Das versucht man, so lange es geht, hinauszuzögern.

Doch einen zu erwartenden Niedergang hinauszögern zu wollen, hat wenig damit zu tun, weiter wachsen und sich entfalten zu wollen. Es sind einander entgegengesetzte Pole, die unser Denken und unsere Aufmerksamkeit – und damit unser Leben – in unterschiedliche Richtungen ziehen.

Ich betone dies deswegen so ausdrücklich, weil es sehr wichtig ist, diesen fundamentalen Unterschied in der Ausrichtung unseres Denkens zu verstehen: Nur etwas Negativem vorbeugen zu wollen, kommt einer “Schadensbegrenzung” gleich. Das aber ist kein Synonym für eine positive Sicht.

Alter als Möglichkeit zur Entfaltung anzusehen, verlangt mehr als nur “reparierende Maßnahmen”. Es verlangt eine grundsätzlich andere Sichtweise. Diese setzt ein anderes Denken voraus: ein Denken, das sich von üblichen Vorstellungen löst und es wagt, gängige Parameter auf den Kopf zu stellen.

Der italienische Arzt und Psychotherapeut Vittorio Caprioglio fasst in einem Satz zusammen, worin diese Umkehrung im Denken besteht: “Du nennst es Altern”, schreibt er, “stattdessen ist es Expansion! Es ist kein Niedergang, sondern Gipfel, Vollendung, Höhepunkt.”

Entfaltung statt Beschränkung, Zugewinn statt Verlust, LEBEN statt Resignation.

Eine anders ausgerichtete Denkweise kann uns weit über das bloße Fitsein hinausführen. Die Parole sollte somit nicht nur heißen: fit im Alter. Sie sollte um Elemente erweitert werden, die mit positiven Einstellungen, mit Denk- und Lebensweisen zu tun haben. Fit, frech, fröhlich und frei, das wäre eine ganzheitlichere Maxime, mit der wir Platz in unserem Denken schaffen für die vielen ungeahnten Möglichkeiten, die es – über das Fitnesscenter hinaus – sonst noch gibt.

Dann erst sind wir bei einem Bild vom Alter, das kein “Bild” mehr ist, weil es keine Norm mehr gibt für das Alter, weil es dann für jeden komplett anders aussehen kann. Wir alle können da hinkommen, wenn wir es wollen, das heißt: wenn wir es uns wirklich als Ziel setzen.

Wie für alle Ziele gibt es auch hier einen Weg und einen Plan, der uns dahin führen kann. Dieses Buch ist der erste Schritt dazu.

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