Andere Publikationen & Artikel

Lebe das Leben mit Leidenschaft und Du bleibst für immer jung“

Meinen Beitrag im E-Book „Lass mehr Liebe in Dein Leben“ (Gemeinschaftsarbeit von elf Autorinnen)
können Sie hier als PDF herunterladen:

Lebe das Leben mit Leidenschaft und du bleibst für immer jung

 

Das komplette E-Book stellen wir Autorinnen Ihnen kostenlos zur Verfügung. Sie können es hier herunterladen:

E-Book „Lass mehr Liebe in Dein Leben“

Meinen Beitrag direkt lesen ...

Lebe das Leben mit Leidenschaft und du bleibst für immer jung 

Vor Kurzem las ich ein Interview, das mit einer bekannten deutschen Schlagersängerin geführt worden war. Je älter man werde, so sagte sie, umso mehr müsse man sich auf die inneren Werte reduzieren, weil ‚irgendwann äußerlich der Lack ab‘ sei.
Ist es nicht tatsächlich so, dass die Schönheit mit den Jahren schwindet und man dann mit den inneren Werten hausieren gehen muss, so werden viele nun denken – dass das Alter eine Abwärtskurve ist, weiß doch jeder.

Ist es das wirklich? Halten Sie einen Augenblick inne. Gehen Sie zurück zu dem, was eingangs gesagt wurde. Was bedeutet denn „Lack“? Genau. Es ist etwas, das man aufgetragen hat. Ist somit der Lack das Wesentliche oder das, was darunter ist?

Ich denke, dieser symbolische Vergleich passt recht gut. Es geht auch beim Alter oder besser gesagt bei unserer Einstellung dazu, um das Darunter – und zwar nicht erst dann, wenn der sogenannte Lack ab ist! Denn in Wirklichkeit ist es genau umgekehrt: Es sind genau jene inneren Werte, die uns immerwährende, echte Jugend schenken.

Sie glauben es nicht? Nun, die Formel ist ganz einfach. Alle aktiven, dynamischen und beeindruckenden 80-, 90- und 100-Jährigen, über die ich in meinen Büchern zum Alter schreibe, zeigen es uns. Sie tanzen, treiben Sport, verlieben sich, heiraten, studieren an einer Universität, leiten ein Unternehmen, engagieren sich in der Gesellschaft. Sie haben sich ihren Platz im Leben mutig erobert, haben Visionen, Pläne, Träume. Diese Männer und Frauen hohen Alters sind voller Tatkraft und sie sind immer noch neugierig darauf, was das Morgen ihnen bringen würde. Und genau dadurch strahlen sie mehr „Jugend“ aus als so manch ein Zwanzigjähriger. Denn ein Zwanzigjähriger, der dem Leben nichts mehr abgewinnen kann und der nur noch daran denkt, wie er seine spätere Rente wird sichern können, ist zwar auf dem Papier jung, im Herzen aber alt.

All diese Männer und Frauen hohen Alters waren für mich „schöne Menschen“. Denn Schönheit, die durch Selbstbewusstsein, durch Engagement, durch Lebensfreude und Visionen kommt, ist mehr als bloße Fassade. Sie hat folglich auch den Vorteil, dass sie nicht mit zunehmendem Alter bröckeln wird. Im Gegenteil: Sie kann im Prinzip nur zunehmen.

Authentisch sein und sich voll und ganz selbst leben, darum geht es, wenn wir auf immer jung bleiben wollen. Dieses Rezept für Jugend und Schönheit aber werden Sie kaum in einem der zahlreichen Bücher zum Thema Alter finden, denn diese kreisen eher darum, wie man sich am besten auf das leidliche Rentenalter vorbereitet, um den zu erwartenden letzten, eher tristen Lebensabschnitt so passabel wie möglich hinter sich zu bringen.

Etwas nur so würdig wie möglich hinter sich zu bringen ist aber kein Synonym für Entfaltung. Es zeigt, dass wir innerem Wachstum und menschlicher Vervollkommnung offenbar auch ein „Rentenlimit“ setzen.

Die meisten Menschen sehen ihr Leben nicht als menschliche Aufwärtsentwicklung. Sie sind vielmehr darauf eingestellt, dass es früher oder später einen Abwärtsknick geben wird, ab dem es nur noch Einschränkungen geben wird. Ganz so, als trete man dann in eine ganz „andere“ Lebensphase ein, in eine Existenz, die abgespalten zu sein scheint vom spannenden, gesunden, aktiven Leben davor.

Das LEBEN aber führt kein Messer mit sich, um sich am 60. Geburtstag selbst entzwei zu schneiden. Das Leben IST. Und wenn wir es nicht zerteilen, fließt es als lebendiges SEIN, kontinuierlich, von jetzt bis dann.

Denn das Leben will wachsen und sich entfalten, will sich weiterentwickeln. Je authentischer wir darin sind, unser wahres Sein zu leben und der Welt das Beste von uns zu geben, umso mehr leben wir dieses „aufwärts“. Das Alter kann dann weder zu einem Knick im Leben werden noch zu einer separaten unerfreulichen Lebenskategorie. Und der „Lack“ spielt dann schon gleich gar keine Rolle.

Wenn man das Leben so sieht, heißt das auch, dass die „Beschäftigung mit dem Alter“ in ihrer wahren Bedeutung erst einmal gar nichts mit dem Alter zu tun hat und auch nicht erst im Alter beginnen sollte, sondern mit unserem Leben im Hier und Jetzt. Auch – und gerade – wenn wir erst 30 oder 40 Jahre alt sind. Denn seinen Platz im Leben finden, seine Ideale, Begabungen, Wünsche und Sehnsüchte verwirklichen – das beginnt eben nicht erst ab 60.

Bei einer Beschäftigung mit dem „Alter“, die uns neue Horizonte im Denken eröffnet, gibt es somit einiges, was auf den ersten Blick paradox erscheinen mag.

Da ist zum Beispiel der Ausspruch von Drake und Middleton, zwei britische Autoren, die ich sehr schätze, weil sie, genauso wie ich, gern übliche Denkweisen auf den Kopf stellen. Ihr Statement? „You need to be sexy at all ages!“ –  Wir sollten in jedem Alter sexy sein.

Sexy in jedem Alter? Das klingt erst einmal irgendwie verkehrt, wenn nicht gar anrüchig. Doch sehen wir uns an, was sie damit meinen. Sexy werde man nicht durch Garderobe, Kosmetik oder Schönheitschirurgie, so sagen sie, sondern durch junges Denken. Das sei es, was einen sexy mache, das sei es, was man sich erhalten müsse. Junge Menschen seien auf natürliche Weise attraktiv, da sie selbstbewusst, energiegeladen und begeisterungsfähig seien. Sie haben Visionen und jede Menge Selbstwertgefühl. Ihre Kühnheit habe Magie in sich.

Um genau diese Kühnheit geht es. Wir aber definieren „Jugend“ als glatte Haut, hübsches Gesichtchen, makellosen Körper. Die Magie der Kühnheit entgeht uns irgendwie als Attribut von Jugend. Die Lust auf das Leben, das aber ist genau das, was all jene Hochaltrigen kennzeichnet, die ich oben beschrieb. Die 100-jährige Ordensschwester Sœur Emmanuelle, eine in Frankreich sehr bekannte und beliebte Ordensschwester – sie arbeitete bis zu ihrem 85. Lebensjahr in den Slums von Kairo und wollte den Papst dazu bringen, die Geburtenkontrolle zuzulassen und den Zölibat aufzuheben – hat es einmal genau so ausgedrückt: „Dauernd interviewt man mich zum Tod“, sagte sie, „wo ich doch Lust habe, über das Leben zu reden!“

In Büchern zum Alter und dazu, wie man sich fit und aktiv hält, findet man aber viel öfter Tipps für Gehirnjogging, Bewegung und Ernährung als den Blick auf die Leidenschaft für das Leben. Alle Liebhaber von Sudoku und Kreuzworträtsel mögen mir verzeihen, aber ich glaube, dass auch unser Gehirn mehr Spaß daran hätte, wenn wir im duftenden Gras liegen, mit dem Hund am Strand entlang jagen, Tanzen gehen oder neue Menschen kennenlernen als daran, dass wir nur sein gespeichertes Wissen abfragen und seine Zahlenakrobatik testen.

Wir wären also gut darin beraten, unsere Denkmuster zum Alter frühzeitig zu hinterfragen, denn je länger wir sie in uns pflegen, umso schwerer wird es sein, diese wieder loszuwerden.

Ob es nun ein Ausspruch wie jener vom abblätternden Lack ist oder Sätze wie: „Im Alter wird man eben so“ – „Im Alter geht das nicht mehr“ – „Früher oder später kriegt jeder Wehwehchen“, all diese Sprüche, Aussagen, Redewendungen setzen sich in uns fest und werden zu Glaubensmustern. Wir verinnerlichen sie, archivieren sie sozusagen.

Diese „Ordner im Kopf“, wie ich sie analog zum Computerzeitalter nenne, sollten wir schleunigst löschen, denn wir haben darin schon viel zu viel Unnützes und Unwahres gespeichert. Und am besten wir montieren auch gleich dazu die Antennen ab, mit denen wir diese negativ „prophezeienden“ Gedanken (und Gefühle!) zum Alter täglich aufnehmen. Denn je mehr Antennen wir für diese negativen Gedanken bereitstellen, umso mehr werden wir von solch schädlichem Stoff aufnehmen. Machen wir uns frei, von dem, was andere denken und davon, wie andere das Alter sehen, auch wenn es die viel zitierte „Mehrheit“ um uns herum ist. Nichts verpflichtet uns, ihr zu folgen. Nur so können wir den Weg freimachen zu echter Freiheit und dazu, wie wir selbst die Dinge im Leben sehen, aus unserem tiefsten Inneren heraus.

Und eines ist sicher: Aus unserem Inneren heraus empfinden wir uns selten als wirklich „alt“ und kaum jemals als unansehnlich, nicht einmal dann, wenn wir 100 sind.

Es geht in Wirklichkeit und in der Tiefe nicht um jung oder alt, es geht um die LEIDENSCHAFT für das LEBEN.


Beitrag im E-Book: „Lass mehr Liebe in dein Leben“

Artikel zu meinen Büchern

Leben wagen bis ins hohe Alter - erst ab sechzig interessant? ...

Leben wagen bis ins hohe Alter – erst ab sechzig interessant?

Die Gedanken einer Autorin zu ihrem Buch…

 

So manches im Leben läuft anders, als man sich dies vorgestellt hatte. Mir zum Beispiel erging es so mit dem Titel meines Buches. Lange hatte ich darüber nachgesonnen, welcher Titel wohl der passende wäre für ein Buch, das eine wahrhafte Ode an das Potenzial von Menschen hohen Alters sein sollte ­ ein Buch, das vermitteln sollte, dass es bis ins hohe Alter hinein um das Wagnis LEBEN geht. Das Wörtchen „bis“ sollte dabei bereits wie ein magisches Schlüsselwort die Türe zu einem anderen Denken einen Spalt weit öffnen. Es sollte dem Betrachter signalisieren: Aufgepasst! Das, worum es hier geht, hat nur vordergründig mit dem Alter zu tun. Hier geht es um das LEBEN – ein Fluss, der in jungen Jahren beginnt und bis zum hundertsten Geburtstag weiterfließen und sich dabei sogar noch ausbreiten und vertiefen kann. So jedenfalls hatte ich es mir gedacht.

Wie erstaunt sollte ich dann sein, als ich später auf potenzielle Leser traf, die dem Aussehen nach die sechzig noch nicht erreicht hatten. Sie griffen nach dem Buch mit Worten wie: Ach, das wäre doch etwas für die Oma. Oder: Naja, demnächst ist das Alter dann ja auch mir angesagt. Etwas Jüngere dagegen schauten interessiert, um dann zweifelnd zu fragen: Kann ich dieses Buch denn meiner Schwiegermutter schenken? Sie wird erst fünfzig.

Verblüfft musste ich feststellen, dass ich in den Augen mancher Interessenten offenbar ein Buch für bereits alte oder jedenfalls schon ältere Menschen geschrieben hatte. Irgendetwas war da wohl falsch angekommen, mit meinem Titel oder besser gesagt: mit dem Verständnis dieses Titels. Ich tat mich schwer, das nachzuvollziehen, denn: Was konnte faszinierender sein, als die unglaublichen Lebensmodelle sehr alter Menschen zu entdecken? Zu wissen, dass es Menschen gibt, die den Mut haben, sich selbst zu leben und dabei althergebrachte Denkweisen auf den Kopf zu stellen, nimmt mich seit jeher gefangen.

Die Reaktionen auf den Titel meines Buches zeigten mir, dass nicht jeder es genauso sieht. Alter wird von den meisten Menschen als Abwärtskurve im Leben gesehen. Kein Wunder also, dass es keinerlei positive Anziehungskraft besitzt, dass Menschen, die sich noch nicht als alt einstufen, ein „Buch über das Alter“ nicht in die Hand nehmen mögen.

 

„Unvermeidlicher Lebensabschnitt“ oder stetiges Wachstum?

Das unerquickliche Alter. Das ist das Bild, das wir vom Alter haben. Kaum jemand vermittelt uns eine abweichende, positivere Vorstellung – die Eltern nicht, unsere Umwelt nicht und Ärzte schon gleich gar nicht. Wenn nahendes Alter positiv dargestellt wird, dann meistens im Sinn von: du kannst etwas am Alter reparieren, wenn du dich rechtzeitig darum kümmerst. Ob es Vitaminpräparate sind, Fitnesstraining oder Sudoku – in Bezug auf Alter scheint es überwiegend um Schadensbegrenzung zu gehen. Ja, selbst die Berichte über fitte Hundertjährige werden oft so angesehen, als handle es sich um extreme Ausnahmen, die es auf rätselhafte Weise bis dorthin geschafft haben. Gern werden dann die Gene ins Feld geführt.

Schadensbegrenzung einerseits und ein famoser, von menschlicher Einflussnahme nahezu unabhängiger „Sprung“ ins hohe Alter andererseits, das scheinen die beiden Möglichkeiten zu sein, Alter einigermaßen positiv zu sehen. Selten aber findet man Gedanken dazu, dass das Leben eine einzige, fließende Einheit sein könnte, dass kalendarische Altersdefinitionen soziale oder kulturelle Konstrukte sind, die uns daran hindern, diese „Lebenseinheit“ zu erkennen, sie anzustreben und zu leben. Wie anders würden wir dem Alter begegnen, wenn man uns von klein auf beibrächte, dass das Leben für jeden von uns ein solcher Fluss sein kann, dass es eine Aufwärtsspirale sein kann, auf etwas hin, das letztlich menschlicher Vollendung gleichkommt. Würden wir uns da nicht sogar darauf freuen?

Was für ein irreales Bild, mögen manche sich jetzt denken. Da kann man uns ja gleich erzählen, es gäbe einen Zauberstab, der Alter magisch verwandelt in Abenteuer, Freude, Wohlergehen oder gar in späte Selbstverwirklichung.

Nun, wenn dies irreal ist, dann sind es auch die Menschen, die tatsächlich nach einer anderen Vorstellung von Alter leben. Diese Menschen aber sind höchst real. Man wird sie aber nur dann kennenlernen, wenn man sich auf ein neues Denken einlässt, wenn man sich den ungeahnten Möglichkeiten öffnet, die sie uns entdecken lassen.

 

Alter beginnt erst später – das Leben aber hat schon begonnen

Jüngere Menschen wollen nicht an das Alter denken. Wenn man sich unsere Gesellschaft ansieht, haben sie sogar Recht damit.  Unsichere Renten, Altersarmut, Pflegebedürftigkeit, Berufsunfähigkeit, Demenz – das ist das „Alterspanorama“, das wir jungen Menschen präsentieren. Wer soll da Lust bekommen, sich mit der Zukunft und dem Alter zu beschäftigen? Manche junge Menschen sind zutiefst erschreckt von dem, was sie im Alter erwarten wird. Politische Stimmungsmache, einseitiger Journalismus und Versicherungsinteressen sorgen dafür, dass dem so ist. Hört und liest man nicht ständig, dass es den heutigen jungen Generationen im Alter schlechter gehen wird als allen Generationen davor? Konsequent zu diesem zukünftigen Altersszenario sehen heutige Generationen junger Menschen sich als Loser. Sie seien die „Verlierer-Generation“, so sagte kürzlich ein 29-jähriger junger Mann in einer Talk-Show. Als ich im vergangenen Jahr mein Buch auf einer Messe vorstellte, kam ein netter junger Mann an meinen Stand. Mit weit aufgerissenen Augen sah er auf das Plakat von meinem Buch und sagte dann: Ich habe panische Angst vor dem Alter! Ich will auf keinen Fall alt werden! Er war gerade mal 21 Jahre alt.

Vielleicht denkt sich nun so manch ein Leser: Soll das etwa heißen, dass junge Menschen sich gar noch intensiver mit den Problemen des Alters beschäftigen sollen? Reicht es nicht, dass sie da wider Willen hineingezogen werden?

Nun, da wäre er wieder, der negative Blick aufs Alter – ein Blick, der das Leben zerteilt in das lebenswerte „davor“ und das unerquickliche „danach“. Schon haben wir vergessen, dass das Thema hieß: LEBEN wagen. Das Leben selbst aber hat sich weder das „Rentenalter“ ausgedacht noch das gesellschaftlich definierte „Seniorentum“ ab 60 oder gar ab 50+.

 

Der rote Faden in unserem Leben

Zugegeben, es ist nicht einfach, das Alter anders zu sehen, zumal Bürokratie, soziale Systeme und Wirtschaftsleben offenbar nicht in der Lage sind, anders zu funktionieren als in Alterskategorien. Oder können Sie sich ein Sozialgefüge vorstellen, bei dem niemand weiß, wie alt man ist? In unseren Breiten wäre das jedenfalls kaum denkbar. Die altersmäßige Einteilung des Lebens trägt zur Ordnung des Sozialwesens bei. Das hat seinen Sinn. Gleichzeitig aber fixiert es uns darauf, dass bestimmte Dinge zu einem bestimmten Zeitpunkt zu geschehen haben, und macht uns glauben, dass uns die einen Lebensabschnitte noch nicht und andere nicht mehr zu interessieren haben. Das aber macht viel weniger Sinn.

Gesellschaftliche Strukturierung, wirtschaftliche Zwänge, Alltagsstress und Zukunftsängste lassen uns zu oft vergessen, dass LEBEN auch etwas anderes bedeuten kann. Sich selbst definieren, seine Lebensaufgabe finden, menschliche Vervollkommnung anstreben – gehen diese Aspekte nicht oft im alltäglichen Lebenskampf unter? Wie viele lassen irgendwann einmal den roten Faden ihrer ureigenen Identität aus den Händen gleiten, vielleicht schon mit 30 Jahren? Die hochaltrigen Männer und Frauen, die ganz anders leben, als man es von ihnen erwartet, haben diesen roten Faden nie aus den Augen verloren oder sie haben ihn, nach einigen Um- oder Irrwegen, irgendwann einmal wiedergefunden, um ihn nicht wieder loszulassen.

Ich kann für junge Menschen ein Vorbild sein, kann ihnen die Angst vor dem Alter nehmen, das sagen viele der im Buch „Leben wagen bis ins hohe Alter“ porträtierten Hochaltrigen. Wer sonst, wenn nicht sie, die es sichtbar und überzeugend vorleben, sollte jungen Menschen die Angst nehmen können!

Rezension zu: Leben wagen bis ins hohe Alter

Leben wagen bis ins hohe Alter: Buchtipp

15.10.2012, von Hanne Schweitzer

Viele der sogenannten Prominenten über 40 haben in den letzten Jahren sehr viele Bücher über die Freuden und Leiden des Alters geschrieben. Nun hat Maria G. Baier-D´Orazio im Frick Verlag ein Werk vorgelegt, das sich nicht damit begnügt, Loblieder auf die Weisheit oder Schönheit des Alters zu singen oder eine narzistische Kränkung wortreich zu beklagen. Der Untertitel ihres Buchs ist Programm: Im Alter sehr viel mehr möglich, als wir glauben. Konsequent leuchtet Baier-D´Orazio in jeden Winkel unserer Gesellschaft, um die versteckten negativen Sichtweisen auf Altsein und Altwerden dort zu entdecken, hervorzuholen und einer genauen Betrachtung zu unterziehen.

Von anderen Publikationen über das Thema Alter unterscheidet sich das Buch durch eine Fülle bestens recherchierter Informationen, die genutzt werden, um die in Wissenschaft, Medien, Politik und bei den Älteren existierenden Stereotype und Vorurteile über die Lebensphase Alter zu widerlegen. Beeindruckend sind dabei die kleinen Begebenheiten aus anderen Ländern, die Baier-D´Orazio erzählt. Diese machen deutlich, wie weit wir hierzulande noch immer von einem Erleben und Mitleben des Älterwerdens entfernt sind, das vorurteilsfrei und antiautoritär ist und ohne negative Konnotationen auskommt.

Vor allem die Interviews mit Hochaltrigen, die ein wichtiger Bestandteil des Werks sind belegen, wie sehr die Bereitschaft und der Wunsch, sich selbst zu leben und im Alter Neues zu denken und zu tun, das eigene Leben enorm beeinflusst.

Selten ein so gut recherchiertes, ermunterndes Buch zum Thema gelesen.

Maria G. Baier-D´Orazio: Leben wagen bis ins hohe Alter
429 Seiten, Softcover
ISBN 978-3-939862-23-9
Preis: 19,80 € (inkl. 7 % MwSt.)

Büro gegen Altersdiskriminierung –  http://www.altersdiskriminierung.de/magazin/

Nicht du suchst das Große, das Große sucht dich ...

Nicht du suchst das Große, das Große sucht dich…

Auf der Suche nach Nimbao –  ein spiritueller Roman

 

Als Kinder liebten wir Märchen und Fabeln, weil sie uns in phantastische Welten entführten.

Und unsere Eltern liebten solche Geschichten, weil diese uns – subtil versteckt – etwas für das Leben lehrten.

 

Erwachsen geworden, suchen wir die Lehren fürs Leben in Ratgebern oder in spiritueller Literatur, in Büchern, die an das „reale“ Leben anknüpfen. Wir wollen nun bewusst lernen, uns bewusst weiterentwickeln. Verwirrt und bisweilen auch frustriert stellen wir manchmal fest, dass wir dennoch nicht weiterkommen. Das kann viele Gründe haben, einer davon mag sein, dass sich die uns real erscheinenden Lösungen zu nah an dem entlangbewegen, was wir in unserem täglichen Leben als Problemstellung erleben. Es fixiert uns auf unser Problemdenken und das wiederum hindert uns daran, echte Lösungen zu finden.

 

Dann wäre dies vielleicht der Moment, unserem Denken und Fühlen freien Raum zu verschaffen. Auf der Suche nach Nimbao verleiht unserem Denken genau diese Flügel.

Auf dem Cover steht „Fantasy-Roman“, doch hat das Buch wenig mit den heute üblichen „Fantasy-Büchern“ zu tun, viel dagegen mit der Phantasie in uns, jener befreienden Kraft, die uns aus eingefahrenen Denkschienen herauszuführen vermag. Ein Autor schrieb dazu: „Die Selbsterkenntnis der Helden dieses Buches fordert den Leser unweigerlich zum Mitdenken heraus: Wie ist denn das bei mir selber?“

 

Den Sinn des Lebens zu erkennen, herauszufinden, wozu wir auf dieser Erde sind, ist ein spirituelles Anliegen vieler Menschen. Zu wissen, wer wir wirklich sind, fühlt sich stimmig an. Doch wissen wir es immer? Und wenn wir es wissen: leben wir danach?

 

Genau diese inneren Zerreißproben erleben die beiden Protagonisten, Bako und Yanzagou, in Auf der Suche nach Nimbao. Sie wurden im Reich der Monde als Kandidaten für den Herrscherthron auserwählt und sollen nun beweisen, wer von ihnen der Richtige ist, um dem Land bestens zu dienen. Hierzu wird ihnen von einer weisen Priesterin eine Aufgabe gestellt: Sie sollen auf Reisen gehen und Nimbao finden. Wer von ihnen es findet, offenbart dadurch, dass er der Richtige ist. Bako, der mutige und tatkräftige Gelehrte, ist fest davon überzeugt, dass das Land seine Fähigkeiten braucht. Er setzt seinen ganzen Ehrgeiz daran, die Aufgabe zu lösen, doch muss er, entsetzt über sich selbst, bald einen Fehlschlag nach dem anderen hinnehmen. Das klare Muster seines Lebens, das ihm bis dahin Sicherheit verlieh, verschwimmt mehr und mehr. Yanzagou, der Heiler, kommt dagegen auf seiner Reise gut voran. Ihn aber plagen ständige Zweifel. Er fragt sich unablässig, wieso ausgerechnet er Herrscher werden soll. Sein Status als Freier passt nicht so recht zu der Vorstellung, eine Machtposition innezuhaben. Auch meint er von sich, nicht weise genug zu sein, um ein ganzes Volk zu leiten. Schließlich widerstrebt es ihm auch zutiefst, mit jemandem um etwas konkurrieren zu müssen, das er selbst gar nicht will.

Doch tapfer halten beide durch bis zuletzt, ohne zu ahnen, dass „das Große“ im Leben seine eigenen Wege geht, um Menschen ihrer Bestimmung zuzuführen.

 

Herauszufinden, wer wir wirklich sind, kann ein derart faszinierendes Abenteuer sein, dass es uns förmlich verzaubert – ganz so wie die Abenteuer, die Bako und Yanzagou auf ihrer Reise erleben. „Auf der Suche nach Nimbao habe ich regelrecht verschlungen“, schrieb eine ältere Leserin, die ihr Leben dem Dienst am Mitmenschen gewidmet hat. „Ich war so fasziniert, dass ich es kaum zur Seite legen konnte.“

Und ein jüngerer Leser – ein Bildhauer, der in seiner Kunst auf der Suche danach ist, das Sein zu finden – schrieb in einer Rezension zum Buch: „In den letzten Tagen stahl ich mir jede freie Minute, um mit auf die Suche nach Nimbao zu gehen. Das Buch hat mich mitgenommen auf die Seelenreise der beiden Protagonisten und bald war ich mit dem einen, dann schon wieder mit dem anderen seelenverwandt“.

 

So kann es auch für uns spannend sein, uns auf die Reise in die eigenen Tiefen zu begeben. Authentisch sein, die eigenen Talente und Fähigkeiten zu leben, hat viel zu tun mit dem Sinn unseres Daseins. Denn unsere Begabungen haben wir mit in die Wiege gelegt bekommen, damit wir in unserem Leben etwas daraus machen – zu unserem eigenen Glück, aber auch zum Wohlergehen anderer Menschen.

 

 

 

Beitrag für Frick-Verlag (2016)

Blog zum Buch ``Vom Vergnügen älter zu werden`` ...

Vom Vergnügen älter zu werden

 

In dem gleichnamigen Buch räumt Maria G. Baier-D’Orazio mit vielen Vorurteilen und Denkmustern bezüglich der 3. Lebensphase auf. Anhand zahlreicher Beispiele beweist sie uns, dass älter werden durchaus Spaß machen kann, was auch der Untertitel zum Buch ausdrückt

 

Fit, frech, fröhlich, frei 

das Leben genießen!

 

Ich finde, gerade wenn man älter wird, und machen wir uns nichts vor, das werden wir (hoffentlich) alle, ist es besonders wichtig unsere Denkmuster gegenüber dem Alter zu hinterfragen. Ich bin jedenfalls bei der Lektüre des Buches so einigen unbewussten Glaubenssätzen auf die Spur gekommen. Diese aufzuspüren und zu hinterfragen, kann so viel verändern.

 

Oft sind es aber auch die vielfach kolportierten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die uns zu schaffen machen. Sie scheinen zu beweisen, dass wir unweigerlich abbauen, dass wir im Alter nicht mehr so belastbar sind, schwerer Neues lernen und und und

 

Lustig ist nur, dass neuere wissenschaftlichen Erkenntnisse weit weniger oft Verbreitung finden. Und das obwohl sie vielfach beweisen, dass die vorangegangenen schlichtweg falsch waren. Letzte Erkenntnisse zeigen ein ganz anderes Bild, viel ermutigendere Altersszenarien als wir uns vorstellen können.

 

Doch solange wir davon überzeugt sind, dass es nur bergab gehen kann, wird es das auch, denn schon in der Bibel steht „dir geschehe nach deinem Glauben“. Was du glaubst und denkst, das erschaffst du.

 

Deshalb ist es so wichtige, dass es Bücher wie dieses gibt, das uns zeigt, dass es auch anders geht.

 

Die Menschen, welche Maria Baier-D’Orazio in ihrem Buch vorstellt, leben alle auf ihre eigene Art. Doch sie alle haben etwas gefunden, dass sie lange fit und gesund erhält und ihrem Leben auch in späteren Jahren einen Sinn gibt.

 

Die Welt braucht solche Rolemodels, Menschen die uns zeigen, was alles möglich ist.

 

Gesundheit im Alter

 

Glaubst auch du, dass du im Alter unvermeidbar von irgendwelchen Wehwehchen geplagt werden musst? Dann frag dich mal, ob das nicht nur ein Gedanke ist, eine Art negative Programmierung, die zur selbsterfüllende Prophezeiung wird.

 

Denn zahlreiche Beispiele beweisen, dass Leute, die in jungen Jahren zahlreiche Krankheiten hatten, oft im Alter kerngesund waren. Doch das kommt natürlich nicht von ungefähr. Sie haben meist aufgrund ihrer frühen Erkrankung ihren Lebensstil umgestellt, sich bewusster ernährt, bewegt und gesunde Gedanken gedacht.

 

Eines der Beispiele von Maria Baier-D’Orazio ist die Lebensgeschichte von Hulda Crooks, die als junge Frau übergewichtig, extrem unsportlich und ständig krank war. Mit über 90 war dieselbe Frau sportlich und gesund, liebte das Bergsteigen, stieg auf Viertausender und hatte laut ihrem Arzt „das Herz und die Lunge eines 18-jährigen Mädchens“. Ja, das geht.

 

Wie sehr wir unbewusst Alter mit Krankheit und Verfall gleichsetzen zeigt sich zum Beispiel, wenn wir morgens mit Rückenschmerzen aufwachen. Mit 20 fragen wir uns dann wahrscheinlich, was wir am Vortag gemacht haben, dass uns alles weh tut. Mit 50 denken viele jedoch eher „ich werd halt langsam alt“. Aber ist das wirklich die einzig mögliche Erklärung?

 

Eine Stelle in Maria Baier-D’Orazio Buch „Vom Vergnügen älter zu werden“ gefällt mir besonders. Sie antwortet auf die Argumentation, dass „jeder Mensch über 60 was hat, das beweisen ja schon die vollen Wartezimmer der Ärzte‘:

 

Dass ein Wartezimmer mit 15 Stühlen ‚voll‘ ist, sagt nichts aus über all jene, die nicht darin sitzen. Und wenn der Bekanntenkreis Medikamente braucht, so sagt dies etwas über die Bekannten aus, nicht aber müder die ganze Spezies Mensch.

 

Frag dich doch auch mal, was wäre, wenn es nicht das Alter sondern die Lebensweise ist, die uns krank macht – schlechte Ernährung, wenig Bewegung, zu wenig Schlaf, zu viel Stress (auch Freizeitstress)!?!

 

Die gute Nachricht: Dagegen lässt sich was tun 😀

 

Wusstest du zum Beispiel,

dass Muskelaufbau lebenslang möglich ist? 

 

Muskeln, die wir nutzen, bleiben uns erhalten.

Muskeln, die wir mehr fordern, wachsen – und das ein Leben lang.

 

Wie sehr sich das körperliche Erscheinungsbild auch noch im hohen Alter verändern lässt, erfahren wir anhand von Dr. Charles Eugster, einem Zahnarzt im Ruhestand, der mit 85 Jahren fand, dass sein Körper allmählich schlaff wurde und mit dem Krafttraining begann. Er nahm in Folge an zahlreichen Wettkämpfen der Bodybuilder teil und als er 94 war, schrieb ein Journalist über ihn, er besitze „einen Bizepsumfang um den ihn sicher viele 25-jährige Männer beneiden“ würden.

 

Mehr über Charles Engster und seine bemerkenswerte späte Karriere als Sportler findest du hier:

Charles Eugster auf Wikipedia

 

Dr. Charles Eugster selbst fand allerdings, dass unser ‚normales‘ Denken über Alter und Krankheit schuld an den zahlreichen wenig gesunden Menschen sei.Viele glauben bewusst oder unbewusst, dass zunehmendes Alter in der Regel physischen Verfall bedeutet und es nur wenige Ausnahmen gibt. Doch muss das wirklich so sein?

 

Muskeln könne man in jedem Alter aufbauen, meint er, nur hätten sich bisher kaum Wissenschaftler für Sport im Alter interessiert. „Mich als Vorbild zu sehen, ist absurd“, sagt er. „Ich sollte der Normalfall sein.“

 

Doch machen wir uns nichts vor, von nichts kommt nichts und wer lange fit sein und sein Leben genießen will, muss sich eben auch bewegen.

 

Doch du musst nicht gleich ins Extrem fallen, es geht mehr um die regelmäßige Bewegung. Du musst nicht unbedingt Joggen oder gar ein Marathon laufen oder dich im Fitnesscenter abquälen (obwohl auch das Training dort durchaus Spaß machen kann). Mach es, wenn es dir Spaß macht und dir gut tut, aber denk dran, auch Nordic Walking, Rad fahren, tanzen, wandern, lange Spaziergänge, Treppen steigen, Yoga, Pilates oder Mrs. Sporty bewirken schon so einiges.

 

Das Wichtigste ist, den Kreislauf regelmäßig in Schwung zu bekommen.

 

Und wenn du noch etwas Inspiration brauchtst, hier sind noch ein paar Beispiele für körperliche Fitness im Alter: http://www.garmaonhealth.com/masters-who-defy-age/

 

 

 

Und was ist mit den geistigen Fähigkeiten im Alter?

 

Lange Zeit waren Wissenschaftler der Überzeugung, dass das Gehirn im Alter abbaut, wir somit länger zum lernen brauchen und immer weniger behalten. Das wir schon mit einer fixen Anzahl von Gehirnzellen zur Welt kämen, wovon zahlreiche täglich absterben und nicht nachgebildet werden können.

 

Aber waren sich die Wissenschaftler nicht auch einmal darüber einig, dass die Erde eine Scheibe sei, im Mittelpunkt des Universums steht und das weibliche Gehirn nie an die Fähigkeiten des männlichen herankommen würde? Wie lange hat die Menschheit geglaubt, sich in die Luft zu erheben wäre unmöglich und heute ist es alltäglich.

 

Eine Eigenschaft, die uns garantiert jung hält, ist die Bereitschaft, ‚feststehende‘ Überzeugungen in Frage zu stellen. Oder wie Maria es ausdrückt:

 

Es gibt weniger Grenzen für Lernen im Alter als wir meinen

 

Neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung ergaben übrigens, dass das Gehirn nach folgenden Prinzipien arbeitet – Nutzung (Stimulation) und Energiesparen.

 

Was unser Gehirn braucht ist Stimulation, wie zum Beispiel jeden Tag etwas Neues zu machen. Das führt zu neuen Vernetzungen und versetzt und in die Lage Zusammenhänge zu erkennen, kreative Lösungen zu finden, quer (also vernetzt) zu denken. Mit je mehr unterschiedlichen Themen wir uns beschäftigen, desto besser funktioniert unser Gehirn – auch im Alter.

 

Sich stets wiederholende Gedanken führen hingegen zu eingefahrenen Mustern (vergleichbar mit einem Trampelpfad, je öfter wir ihn nutzen, desto breiter wird er). Das ermöglicht uns zwar Automatismen, die Energie sparen, lässt aber auch ungenutzter Teile im Laufe der Zeit verkümmern. Denn das Gehirn kappt im Laufe der Zeit alle Verbindungen (Vernetzungen), die nicht genutzt (also scheinbar nicht gebraucht) werden.

 

Wenn du also Lust bekommen hast, dein Denken über das Älterwerden mal zu hinterfragen und deine Sichtweise gegenüber älteren Menschen zu überdenken, kann ich dir die Lektüre dieses inspirierenden Buches Vom Vergnügen, älter zu werden: Fit, frech, fröhlich, frei das Leben genießen von Maria G. Baier-D’Orazio nur wärmstens empfehlen.

 

Hier sind noch einige Auszüge aus dem Inhaltsverzeichnis, die glaube ich für sich sprechen:

 

Vom Vergnügen älter zu werden

 

Krank in der Jugend, fit im Alter? Es ist möglich

Mit 91 Jahren auf den Fujiyama – Fulda Cross

 

Sich vom „Krankdenken“ nicht vereinnahmen lassen

„Nicht so viel über Krankheit reden“ – Dr. Hermann Pünder, 90 Jahre

 

Widrigkeiten sind dazu da, sie zu überwinden

„Get up and try“ – Hilda Kemp, 98 Jahre

 

Kontakt mit Menschen – ein wahres Lebenselixier

„I like to meet people“ – Phyllis Self, Geschäftsfrau mit 102 Jahren

 

Mut zu Neuen, Mut zum Wagnis – in jedem Alter

Mit 85 das Abseilen entdeckt, „weil es Spaß macht“ – Doris Long

 

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

Allan Stewart: Bachelor werden mit 91 Jahren

 

Attraktivität im Alter

„mit 70 Jahren alle beeindrucken“ – Ilse Pätau

 

Zukunft bewusst gestalten und erweitern

 

Der rote Faden im Leben

Ein Beruf, der Berufung ist, hält lange jung

Artist aus Leidenschaft – Konrad Thurana, 98 Jahre

 

Von der Offenheit des Geistes

Altwerden beginnt im Denken, Jungbleiben auch

Spontan, neugierig, abenteuerlustig – Heidi Hetzer, 77 Jahre

 

Kreativität – das Anti-Aging-Mittel par excellence

Anders sein, anders denken, Neues schaffen

„Ich muss noch 50 Jahre leben, um all das zu verwirklichen, was ich im Kopf habe“ sagte Christian Gruhl – mit 80 Jahren

 

Wie Engagement das Alter zu dynamisieren vermag

Engagement für andere macht das eigene Alter lebendig

„Statt Egozentrik: für den Nächsten da sein“ – Friedrich Thimm, 90 Jahre

 

Die verborgene Kraft dahinter

Neuanfang aus der Talsohle des Lebens

„Meiner Meinung nach sollte man im Leben danach streben, sich zu vollenden“ – Anne R., 79 Jahre

 

 

Blog: Andrea Bauer (Wien, August 2016)

www.andreabauer.at/vom-vergnuegen-aelter-zu-werden/

Interview zu meinen Büchern über das ``Alter`` ...

Interview zu meinen Büchern über das „Alter“
anlässlich des Erscheinens meines Buches „Vom Vergnügen, älter zu werden“

Im Frühjahr dieses Jahres erschien Ihr neues Buch „Vom Vergnügen, älter zu werden“. Der Titel hört sich ein wenig rebellisch an, wenn man bedenkt, dass wir das Alter gemeinhin nicht als Vergnügen ansehen?
Wenn Sie so wollen, ja. Genau das bezwecke ich. Ich will Sichtweisen zum Alter radikal auf den Kopf stellen.

Was meinen Sie mit „radikal auf den Kopf stellen“?
Damit meine ich, dass man gängige Denkmuster grundsätzlich hinterfragt. Es gibt viele Publikationen zum Thema Alter, die an dem einen oder anderen Stereotyp rütteln. Ich rüttle schlichtweg an ALLEN. Denn alle beruhen auf einer zentralen Grundannahme, die wir für Realität halten, die ich aber in Frage stelle: die Denk- und Sichtweise, dass Alter fraglos eine Abwärtskurve im Leben darstellt. Ich plädiere dafür, Alter als das Gegenteil zu begreifen: als Aufwärtsentwicklung.

Aufwärtsentwicklung – ist das nicht illusorisch, wenn man sich vor Augen hält, was so alles im Alter nicht mehr geht …
Das kommt darauf an, auf was man blickt und woran man sich orientieren will. Ein Kapitel in meinem neuen Buch ist überschrieben mit: Lemming oder Königstiger – was wollen wir sein, wenn es um das Alter geht? Das sagt eigentlich alles. Man kann sich an der Masse orientieren und man kann sich an Menschen orientieren, die aus der Masse herausragen.

Wenn man sich in seiner näheren Umwelt umsieht, fragt man sich dennoch: Wo sind diese Menschen, die aus der Masse herausragen?
Diese finden Sie auf 400 Seiten in meinem ersten Buch „Leben wagen bis ins hohe Alter“. Dort habe ich über das Potenzial von Menschen hohen Alters recherchiert, um zu beweisen, was alles mit 80, 90 oder gar 100 Jahren MÖGLICH ist.

Was unterscheidet Ihr neues Buch vom ersten?
„Leben wagen bis ins hohe Alter“ ist sozusagen das Basiswerk. Es behandelt ALLE Lebensbereiche – Arbeit, Sport, Wissenschaft, Kunst, Liebe usw. Ich will damit, auf die gesamte Bandbreite des Lebens bezogen, zeigen, dass Alter anders gelebt werden kann. Es deckt auch auf, wie unser Umfeld, die Gesellschaft, die Medien und die Naturwissenschaft uns beeinflussen und manipulieren. Im neuen Buch habe ich, auf Basis des ersten Buches, zwölf Kerneigenschaften herausgefiltert, die charakteristisch sind für Menschen, die das Alter aktiv, dynamisch und kreativ leben.

Was meinen Sie eigentlich damit, wenn Sie sagen, dass Medien, Gesellschaft und Naturwissenschaften uns im Hinblick auf die Sicht vom Alter manipulieren?
Da sprechen Sie meine beiden Lieblingskapitel aus „Leben wagen bis ins hohe Alter“ an!  In diesen beiden Kapiteln geht es um die geheime Macht der Naturwissenschaft und darum, wie  Statistiken uns in die Irre führen. Wir werden beeinflusst, ohne es zu merken. Die Gesellschaft, also jeder um uns herum, glaubt, dass das Alter Krankheit mit sich bringt, so als wäre dies ein unumstößliches biologisches Gesetz. Somit glauben auch wir es und stellen uns geistig richtiggehend darauf ein. In Wirklichkeit gibt es keine solche „biologische Krankheitsnorm“, das beweisen jene Menschen, die auch im hohen Alter gesund sind. Wenn Medien Statistiken zum Alter bringen, zum Beispiel eine Untersuchung, die besagt, dass das Denkvermögen ab 45 nachlässt, erschrecken wir und bekommen noch mehr Angst vor Demenz und Alzheimer. Wir fragen nicht genau nach, wie diese Meldung zustande gekommen ist, dass sie im Grunde nur darauf beruht, dass man es gerade mal bei 3,6% der untersuchten Personen festgestellt hat. Und schließlich die Naturwissenschaft, die uns enorm beeinflusst, glauben wir ihr doch fraglos so gut wie alles, da es ja „bewiesen“ ist. Doch auch wissenschaftliche Erkenntnisse ändern sich. Im letzten Jahrhundert erhielt ein Mediziner den Nobelpreis dafür, dass er verkündete, das Gehirn baue auf irreversible Weise ab und könne sich nicht generieren, schon gar nicht im Alter. Heute wissen wir: Das stimmt nicht.

Selbst wenn man Alter nicht als Abwärtskurve ansieht, ist damit noch nicht gesagt, dass man in der Lage ist, Alter als Aufwärtsentwicklung zu sehen und zu leben?
Sehr richtig. Alter als Möglichkeit zur Entfaltung anzusehen, verlangt mehr. Deswegen habe ich sozusagen ein Paket an aufeinander aufbauenden Büchern dazu geplant. „Leben wagen bis ins hohe Alter“ soll mit seinen unzähligen Beispielen aus allen Lebensbereichen Lust machen auf ein anderes Alter, soll Mut machen, es überhaupt auszuprobieren. In „Vom Vergnügen, älter zu werden“ gebe ich konkrete Ratschläge und Hilfestellungen dazu, wie man negative Sichtweisen ab- und positive aufbauen kann. Im nächsten Band, der bereits in Bearbeitung ist, wird es darum gehen, wie ein kreativ geführtes Leben uns jung erhält.

Das klingt fast nach einem Kurs zum Jungbleiben?
Das ist richtig. Und es ist logisch, denn anders kann es kaum funktionieren. Wie soll man tief verwurzelte Denkmuster und Verhaltensweisen mit dem simplen Lesen eines Buches auflösen? Bevor man Sichtweisen umkehren kann, muss man sich erst von alten Denkmustern verabschieden. Und dann muss man Courage aufbringen, um sich den Ansichten und Überzeugungen der Masse, von denen man ständig beeinflusst wird, zu widersetzen.

Das heißt, zuerst muss man es überhaupt für wahr halten können, dass Alter anders gehen kann. Dann kann man beginnen, an den Stellen zu arbeiten, die für einen wichtig sind. Schließlich weitet man die kreativen, positiven Gedanken zum Alter aus auf den gesamten Alltag, das ganze Leben. Und dann, als altruistischen, gesellschaftspolitischen Schlusspunkt, wird man sogar in der Lage sein, das positive Bild vom Alter in der Gesellschaft aktiv zu verbreiten und auch jenen alten Menschen zu einem würdigen Dasein zu verhelfen, die keine Stimme haben. Das sind sozusagen die vier Schritte, also die vier Bücher dazu.

Das bedeutet, dass es für einen am wirkungsvollsten wäre, wenn man Ihre Bücher auch genau so, aufeinander aufbauend, lesen würde?
Ja, das wäre der maximale Nutzen. Mit einer kleinen Korrektur: Das Lesen allein wird die Änderung nicht herbeiführen. Man müsste schon ein wenig konkret damit arbeiten. Meine Bücher sind für Menschen gedacht, die ernsthaft daran arbeiten möchten, sich ein anderes, befreites und glücklicheres Alter zu schaffen. Deswegen weise ich immer wieder darauf hin, dass es ganz viel Sinn macht, solche Bücher auch schon zu lesen, wenn man noch jung ist.

Es gibt heutzutage viele Bücher zum Thema Alter. Was ist das wesentliche Merkmal, das  Ihre Werke von den anderen unterscheidet?
Die meisten kreisen um Fitness, Gehirnjogging, Ernährung, Wohnen im Alter oder darum, wie man sich auf das Rentenalter vorbereitet. Ich kenne jedoch kaum Bücher, die die generelle Sicht von einem abwärts gerichteten Alter in Frage stellen. Die gängigen Publikationen knüpfen eher an der Abwärtskurve an, die man versucht so gut wie möglich zu umgehen, der man vorbeugen oder die man abmildern will. Das ist ein fundamentaler Unterschied, denn nur etwas Negativem vorbeugen zu wollen, kommt einer „Schadens­begrenzung“ gleich. Es ist kein Synonym für eine positive Sicht. Alter als Möglichkeit zur Entfaltung anzusehen, verlangt mehr als nur „reparierende Maßnahmen“. Es verlangt eine grundsätzlich andere Sichtweise.

Die meisten behandeln folglich das Alter immer noch wie eine „andere“ Lebensphase, so als sei das Leben ab dem 60. Geburtstag oder ab dem Renteneintritt abgespalten vom sonstigen Leben, ja schlimmer noch: als sei es etwas, das „nach dem eigentlichen Leben“ kommt. Wie sind wir nur dahin gelangt, das Leben so zu zerteilen? Wenn man mit Leidenschaft lebt, seine Ideale, Begabungen, Wünsche und Sehnsüchte verwirklicht, kann das Leben doch nur ein Kontinuum sein, ein fließendes Ganzes, und nicht ein „Stückwerk nach Alterskategorien“.

 

Könnte man sagen, dass das der Bezug Ihrer Bücher zum Spirituellen ist?
Es geht letztlich darum zu erkennen, was der Sinn des Lebens ist, wozu man auf dieser Erde ist. Unser wahrer Kern ist spirituell. Kann dieser etwa alt und gebrechlich werden? Da sind Falten und da mögen auch Schwäche oder Krankheit sein, aber was hat das mit unserer innersten Wesensnatur zu tun? Darauf möchte ich den Blick des Lesers lenken, auf das Leben im Hier und Jetzt, und darauf, was das intensive Begreifen des Hier und Jetzt mit dem späteren Alter zu tun hat. Das Leben „von jetzt bis dann“ als ein geistiges Kontinuum unseres ureigenen Wesenskerns zu betrachten, das ist eine höchst spirituelle Herausforderung.

Seiner tieferen Bedeutung nach will das Leben für uns nur eins: dass wir zu dem werden, was wir in Wirklichkeit sind. Es geht nicht um jung oder alt, es geht darum, unser wahres SEIN zu finden. Das ist das Geheimnis, das es zu entdecken gilt.

 


Interview geführt von Inga Nagel, Journalistin und Gender-Beraterin (Juli 2016)

Fachpublikationen